Kalaschnikows in Kinderhänden?

Kalaschnikows in Kinderhänden?

Red Hand Day – Protest gegen Kindersoldaten

Der „Schwarze Kontinent“ kommt einfach nicht zur Ruhe. „2017 gab es in den Subsahara-Staaten Afrikas sieben offen bewaffnete Konflikte: in Mali, Nigeria, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Äthiopien, Somalia und Südsudan. Eine Reihe anderer Staaten erleben Nachkriegskonflikte und Spannungen oder sind Krisenherde für mögliche bewaffnete Konflikte, darunter Burundi, Kamerun, Gambia, Kenia, Lesotho, Sudan und Simbabwe“ (Quelle: sipri.org). Aber auch im Nahen und Mittleren Osten wüten Kriege; Syrien, Afghanistan und viele weitere Staaten sind immer wieder Schauplatz blutiger Auseinandersetzungen. Und immer sind sie mit an vordersten Front dabei: Kindersoldaten. 11 bis 18-jährige Kinder, die ihren Familien gewaltsam entrissen wurden, werden gezielt darauf trainiert, ihre Gefühle und Emotionen auszublenden, um in den Krieg gegen einen unbekannten Gegner zu ziehen und diese erbarmungslos zu töten.

UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen schätzt, das 2018 zwischen 200.000 und 250.000 Kindersoldaten weltweit rekrutiert wurden, um in offiziellen Armeen oder Warlord-Gruppen mit Sturmgewehren zu kämpfen. Dabei werden vielen von ihnen am AK 47, dem Automat Kalaschnikow (Produktionsbeginn 1947, seitdem viele Neuerungen), trainiert. Dieses Sturmgewehr wurde weltweit viele Millionen Mal verkauft und gilt somit als eine der tödlichsten Waffen der Welt. Sie ist wegen ihrer relativ einfachen Bauweise und Robustheit in allen Krisenländern „sehr beliebt“. Und sie ist extrem tödlich!

Die UN-Kinderrechtskonvention ächtete am 12.02.2002 den Einsatz von Kindersoldaten. Bis heute sind 168 Staaten diesem Vertrag beigetreten, Deutschlands Beitritt erfolgte 2004. Dieser Tag gilt seitdem als Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten.

Seit vielen Jahren rufen UNICEF und diverse NGOs (non-government-organization), darunter auch „terre des hommes“, dazu auf, aktiv gegen den Einsatz von Kindersoldaten zu protestieren, indem Kunst- oder Protestwerke geschaffen werden, die mit roten Händen gestaltet werden (Rote-Hand-Aktion). Diese werden dann Politikern im lokalen und nationalen Tätigkeitsbereich mit der Aufforderung präsentiert, etwas gegen die Versklavung von Kindern als Soldaten zu unternehmen.

Mittlerweile gibt es auch Fortschritte: Rund 65.000 ehemalige Kindersoldaten konnten in den vergangenen zehn Jahren befreit und „resozialisiert“ werden.

38 Abschluss-Schüler der Carl-Bantzer-Schule beteiligten sich an dieser Aktion und gestalteten ein ca. 1,5 x 1,5 Meter großes Plakat, welches eine AK 47 mit verknotetem Lauf zeigt. Dieses Plakat ist der Skulptur des schwedischen Künstlers Carl Frederik Reuterswärd nachempfunden, welches u.a. vor dem UN-Gebäude in New York steht und als Symbol für die friedliche Lösung von Konflikten gilt. Die stilisierte AK 47 umgibt ein mit roten Handabdrücken Peace-Zeichen, welches den Einsatz dieser tödlichen Waffen ächten soll. Thematisch eingebettet ist diese Aktion in den PoWi-Unterricht, der die vielfältige Problematik von Entwicklungsländer beleuchtet.

Bilder und Text: Heiner Schlußnus


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